Die neuesten Entwicklungen bei der Immobilienbesteuerung

Beitrag vom 11.04.2019

Am 1. Januar 2020 tritt die neue Verordnung über den Kostenabzug von Liegenschaften des Privatvermögens bei der direkten Bundessteuer in Kraft. Sie ist Teil der Energiestrategie 2050. Die drei wichtigsten Änderungen betreffen die Neuregelung bei den Abzügen für energiesparende Investitionen, die steuerliche Absetzbarkeit der Rückbaukosten für einen Ersatzneubau und die Übertragbarkeit von Auslagen für energiesparende Investitionen bzw. für Rückbaukosten auf die Folgejahre .

 

Die 3 wichtigsten Änderungen der Liegenschaftskostenverordnung

In der Dezember-Ausgabe 2018 von Tax Insight hat Christian Käppeli von der Unternehmesgruppe Falck in einem Artikel die neuesten Entwicklungen bei der Besteuerung von Immobilien kurz vorgestellt. Es ging um die wesentlichsten Änderungen der kürzlich beschlossenen Verordnung zum Kostenabzug von Liegenschaften des Privatvermögens bei der direkten Bundessteuer. So können ab 2020 die Kosten für Massnahmen, die zur rationellen Energieverwendung oder zur Nutzung von erneuerbaren Energien beitragen, auf die Folgejahre vorgetragen werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn sie im Jahr der Geltendmachung nicht vollumfänglich in Abzug gebracht werden können.

Aufwendungen für die Demontage von Installationen, den Abbruch des vorigen Gebäudes und den Abtransport bzw. die Entsorgung des Bauschutts sind zukünftig als Rückbaukosten abzugsfähig. Nicht abzugsfähig sind dagegen Kosten von Altlastensanierungen des Bodens sowie für Gebäudeverschiebungen, Rodungen oder Planierungsarbeiten und die über den Rückbau hinausgehenden Aushubarbeiten. Der Ersatzneubau muss für die steuerliche Absetzbarkeit zudem in einer angemessenen Frist auf dem gleichen Grundstück erstellt werden und eine gleichartige Nutzung wie das ehemalige Gebäude aufweisen. Wichtig ist auch, dass der Neubau durch dieselbe steuerpflichtige Person errichtet wird, die auch den Rückbau getätigt hat. Diese muss gegenüber der Steuerbehörde die abziehbaren Kosten in einer separaten Abrechnung ausweisen. Diese muss nach Demontage-, Abbruch-, Abtransport- und Entsorgungskosten gegliedert sein.

Die Auslagen für energiesparende Investitionen bzw. für die Rückbaukosten können auf maximal drei aufeinanderfolgende Steuerperioden verteilt werden. Die geltend gemachten Kosten können auf das Folgejahr bzw. die Folgejahre übertragen werden, sofern sie im entstandenen Jahr nicht vollständig steuerlich berücksichtigt werden konnten (laufende Periode plus die zwei nachfolgenden Steuerperioden). Der Übertrag auf das neue Steuerjahr erfolgt, wenn das Reineinkommen einen negativen Betrag ausweist. Werden die nicht vollständig abzugsfähigen Auslagen auf die Folgesteuerperiode(n) übertragen, so bleibt der Pauschalabzug für die Liegenschaftsunterhaltkosten in diesen Steuerjahren verwehrt.

 

Die Änderungen der Liegenschaftskostenverordnung steuerlich positiv nutzen

Wer ein betragsmässig umfangsreiches Projekt plant, sollte angesichts der ab 2020 geltenden Regelung überlegen, ob es sich möglicherweise auf das Jahr 2020 verschieben lässt. Denn dann könnten die entsprechenden energiesparenden Investitionen oder Rückbaukosten auf zwei oder sogar drei Steuerjahre  verteilt werden. Wahrscheinlich betrifft es eher die Überträge von Kosten für energiesparende Investitionen (als Rückbaukosten). Wichtig ist es, daran zu denken, dass es in vielen Kantonen noch keine Regelung gibt, welche Bestimmungen der auf Bundesebene geltenden neuen Regelungen übernommen werden. Deshalb sollte man sich vor der Umsetzung von grösseren Investitions- oder Rückbaumassnahmen unbedingt informieren. Dabei könnte es steuerplanerisch auch interessant sein, die anfallenden Kosten «geplant» auf zwei Steuerperioden zu verteilen. Denn dadurch kann eventuell eine grössere Steuerersparnis erzielt werden als durch den gesetzlich vorgesehenen Übertrag von steuerlich noch nicht berücksichtigten Kosten auf das Folgejahr.

Teilen auf

0