Neueste Prognose zur Immobilienmarktentwicklung

Beitrag vom 24.07.2020
Neueste Prognose zur Immobilienmarktentwicklung
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Die Corona-Pandemie hat wirtschaftlich weltweit ihre Spuren hinterlassen. So sah die im Juni 2020 von der Expertengruppe des Bundes präsentierte Konjunkturprognose für die Schweizer Wirtschaft für das Jahr 2020 ziemlich düster aus. Sie sagt den stärksten Wirtschaftseinbruch seit 1975 voraus. Dies hat das unabhängige Beratungs- und Forschungsunternehmen Fahrländer Partner Raumentwicklung (FPRE) im Juli dazu veranlasst, zu prüfen, ob diese pessimistischen Aussichten auch auf den Immobilienmarkt zutreffen. Das Unternehmen hat dazu die Ergebnisse der FPRE-Immobilienumfrage und der HEV Schweiz-Umfrage verglichen und ausgewertet. Die Prognose für den Immobilienmarkt stimmt zumindest beim privaten Wohnimmobiliensektor halbwegs optimistisch.

Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern im Indexcheck

Der Corona-Lockdown stellt die Schweizer Wirtschaft vor die schwierigste Herausforderung seit dem Jahr 1975. So geht es aus der jüngsten Konjunkturprognose der Expertengruppe des Bundes hervor. FPRE wollte wissen, ob diese düsteren Aussichten auch für den Immobiliensektor und die Immobilienpreise gelten. Das Unternehmen startet seit 2008 regelmässig eine Immobilienumfrage unter Schweizer Immobilienexperten. Es hat diese Ergebnisse mit den Ergebnissen der HEV Schweiz Zeitreihe verglichen und ausgewertet. Durch die Preiserwartungsindizes der beiden Umfragen lässt sich eine Tendenz bei der Entwicklung verschiedener Immobiliensegmente erkennen.

 

Insgesamt ist bei der Frühjahresumfrage 2020 bei allen Segmenten ein Rückwärtstrend im Vergleich zur Herbstumfrage 2019 zu verzeichnen. Allerdings gibt es einen grossen Unterschied zwischen Wohnimmobilien und Geschäfts- und Büroimmobilien. Danach rechnen die 804 Umfrageteilnehmer bei privatem Wohneigentum für das Jahr 2020 mit einem relativ stabilen Preisverlauf. Zwar ist laut Preiserwartungsindex bei den Eigentumswohnungspreisen ein leichter Abwärtstrend zu beobachten, aber die Preise für Einfamilienhäuser müssten laut Einschätzung der Experten stabil bleiben. Ein Viertel der Umfrageteilnehmer rechnet sogar weiterhin mit einem Preisanstieg in diesem Segment. Die Transaktionspreisindizes von FPRE bestätigen diese Einschätzung. So stiegen die Preise für Eigentumswohnungen im ersten Quartal 2020 um 2,2 % und die Einfamilienhäuser-Preise um 2,7 %.

Keine Flaute bei Mehrfamilienhäusern

Allerdings müssen bei der Preisentwicklung von Immobilien die regionalen Unterschiede beachtet werden. So haben sich in der Südschweiz die Erwartungen der Immobilienexperten stark reduziert. Während vor einem halben Jahr noch 21 % der Befragten mit einem Preisanstieg bei Wohneigentum rechneten, waren es bei der Frühjahrsumfrage nur noch 6 %. Immerhin rechnen 43 Prozent der Immobilienexperten mit stabilen Wohneigentumspreisen. 51 Prozent sind jedoch weniger optimistisch und erwarten sinkende Preise. Aber auch in den übrigen Schweizer Regionen ist der Anteil an Befragten, die mit Preissteigerungen bei Wohneigentum rechnen, insgesamt gesunken.

 

Die Lage auf dem Mietwohnungsmarkt schätzen die Fachmänner laut der Frühjahrsumfrage dagegen als weiterhin stabil ein. Zwar lag der Index für Wohnungsmieten mit -48.2 Punkten im negativen Bereich, dies tat er jedoch schon vor der Corona-Pandemie. Durch steigende Leerstände und eine Überproduktion von Immobilien dürfte er sich allerdings Schätzungen zufolge, weiter nach unten entwickeln. Ein positives Highlight bilden die Mehrfamilienhäuser. Durch mangelnde, alternative Anlagemöglichkeiten werden sie ein beliebtes Investment bleiben, so die Erwartungen der Experten. Sie rechnen bei diesem Immobiliensegment weiterhin mit steigenden Preisen. Insgesamt betrachtet, lässt sich die Lage im privaten Wohnsektor also im Vergleich zum gesamten Schweizer Markt als relativ stabil bezeichnen. Stefan Fahrländer, CEO von Fahrländer Partner (FPRE) bringt es sehr treffend auf den Punkt: «Die Flucht ins Betongold stützt die Märkte».

Harte Zeiten für Büro- und Geschäftsflächenmarkt

Ganz anders sieht die Lage jedoch bei Büro- und Geschäftsimmobilien aus. Hier wirkt sich die Corona-Pandemie deutlich negativ aus. Während vor der Corona-Krise bei diesem schon seit längerer Zeit gebeutelten Immobiliensegment auf eine Stabilisierung gehofft wurde, sehen die Immobilieninsider nun die Zukunft äusserst düster. So ist nach der Frühjahrsumfrage der Preiserwartungsindex für Büromieten mit -95.9 Punkten satte 62.3 Punkte niedriger als noch im Herbst 2019. Auch der Index für Transaktionspreise von Büro- und Geschäftshäusern sieht nicht positiver aus. Er hat mit -68.0 Punkten in etwa das Niveau zur Finanzkrisenzeit erreicht.

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