Steigende Marktwerte von Renditeimmobilien im 2. Quartal 2021

Beitrag vom 20.08.2021
Mehrfamilienhäuser haben im 2. Quartal 2021 an Wert zugelegt.
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Mehrfamilienhäuser haben im 2. Quartal 2021 an Wert zugelegt, während Büroimmobilien stagnierten. Über die letzten vier Quartale haben beide Segmente an Marktwert dazugewonnen. Die Gesamtrendite 2021 ist höher als im Vorjahr.

 

Der Marktwert von gemischt genutzten Renditeimmobilien (bestehend aus 60% Wohnanteil und 40% Büronutzung) hat sich im 2. Quartal 2021 zum Vorquartal schweizweit um 0,5 Prozent erhöht, wie Auswertungen von FPRE zeigen. Mit Blick auf die vergangenen vier Quartale betrug die Wertsteigerung ebenfalls 0,5 Prozent. Je nach Teilsegment war im abgelaufenen Quartal die Entwicklung allerdings unterschiedlich: Während Büroimmobilien stagnierten (0,0%), legten Mehrfamilienhäuser um 0,8 Prozent zu. Über die letzten vier Quartale haben allerdings sowohl Büroimmobilien (+0,6%), als auch Mehrfamilienhäuser (+0,4%) leicht an Marktwert dazugewonnen. Regional betrachtet sind die Marktwerte gemischt genutzter Renditeimmobilien in den Regionen Zürich (+2,9%) und Ostschweiz (+1,0%) zum Vorjahresquartal am deutlichsten angestiegen. Gleichzeitig kam es in den Regionen Mittelland (-2,9%), Genfersee (-1,8%) sowie Basel (-0,4%) zu Wertminderungen.

 

Steigende Gesamtrendite bei gemischt genutzten Renditeimmobilien

Gemäss provisorischen Daten beträgt die Cashflowrendite im Jahr 2021 bei gemischt genutzten Renditeimmobilien wie schon im Vorjahr 3,2 Prozent. Hingegen ist die Gesamtrendite auf 4,1 Prozent nach 3,0 Prozent im Vorjahr angestiegen. Dieser Anstieg ist auf die Entwicklung der Wertänderungsrendite zurückzuführen, welche nach einem negativen Vorzeichen im Vorjahr (-0,2%) 2021 voraussichtlich wieder positiv sein wird (+0,9%).

 

Kontinuierlich steigende Marktwerte und eine im Vergleich zu den Anlagealternativen weiterhin ansehnliche Rendite halten Immobilienanlagen – vor allem Investments in Mehrfamilienhäuser – weiterhin attraktiv. Eine Situation, die jedoch nicht immer so bleiben dürfte: «Die Entwicklung der Rendite hängt eng mit der Zinsentwicklung zusammen, und diesbezüglich ist die Frage nicht ob, sondern wann die Zinsen steigen. Wenn es denn einmal so weit ist, und die Renditeerwartung der Investoren steigt, wird dies zu sinkenden Marktwerten von Mehrfamilienhäusern führen. Sollte zudem die Rendite der Bundesobligationen ein bestimmtes Niveau übersteigen – wo dieser Grenzwert liegt, ist schwierig zu sagen –, dann ist es durchaus wahrscheinlich, dass die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern stark zurückgeht und die Bautätigkeit einbricht», sagt Stefan Fahrländer, Partner bei FPRE.

 

In unmittelbarer Zukunft zeichnet sich dieses Szenario allerdings noch nicht ab. Die Mieten sind stabil und grosse Änderungen an der Zinsfront hat es in der Schweiz noch keine gegeben. FPRE erwartet daher für den restlichen Jahresverlauf 2021 bei Mehrfamilienhäusern stabile Marktwerte. Dabei haben stark nachgefragte Regionen noch etwas Spielraum nach oben, während sich in der Peripherie vor allem bei Altbauten Wertverluste abzeichnen.

 

Bei Büroimmobilien hingegen – dieser Markt hatte über die letzten Jahre mit rückläufigen Mieterträgen und steigenden Leerständen zu kämpfen –, geht FPRE von Preisrückgängen aus, in erster Linie Abseits der Toplagen.

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