Warum Rückstellungen so wichtig sind

Beitrag vom 15.04.2021
Warum Rückstellungen so wichtig sind

Im Ruhestand rechnet man mit einem Einkommensrückstand zwischen dreissig und vierzig Prozent. Trotzdem sollten die Hypothekarzahlungen nicht mehr als einen Drittel des Einkommens ausmachen. Viele Hausbesitzer unterschätzen diese Berechnung ebenso wie die Renovations- und Unterhaltskosten.

 

Eine Vielzahl von Immobilienbesitzern muss ihre Wohnsituation im Hinblick auf ihre Pensionierung überdenken. Viele machen dies allerdings erst einige Jahre nach der Pensionierung. Branchenkenner schätzen, dass rund ein Drittel der Senioren ihr Haus im Rahmen ihrer Pensionierung verkaufen müssen. Dies, obwohl sie eigentlich vorgesehen hätten, bis zum Lebensende in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben.

Ohne Schulden finanziell sicherer

Das Thema «Selbstvorsorge» ist für Senioren oft kein Thema. Die Renteneinkommen aus der ersten und zweiten Säule sind dann zu tief, um das bestehende Wohneigentum nicht verkaufen zu müssen. Aus diesem Grund verlangt die Mehrheit der Banken, dass Zweithypotheken bis zur Pensionierung zurückbezahlt werden müssen. Viele Liegenschaftsbesitzer amortisieren darüber hinaus freiwillig noch ihre Ersthypotheken. Ohne Schulden fühlen sie sich finanziell sicherer und unabhängiger.

Finanzieller Freiraum beibehalten

Grundsätzlich wird für Pensionierte eine Belehnungsquote von fünfzig Prozent als sinnvoll angesehen. Gegen eine noch weitergehende oder vollständige Amortisation der Hypotheken spricht nach Immobilienexperten die Tatsache, dass es für Senioren in der Regel schwieriger ist, diese bei Bedarf wieder aufzustocken. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, nur so viel Geld in die Abzahlung der Hypothek zu stecken, dass der finanzielle Spielraum erhalten bleibt. Plötzliche Ausgaben gibt es immer: Vielleicht fallen unerwartet hohe Pflegekosten an. Aus diesem Grund sollte man die Vor- und Nachteile einer Verminderung der Hypothekarschuld sorgfältig prüfen.

Unterschätzte Unterhaltskosten

Kopfzerbrechen machen vielen Pensionären bei Wohneigentum die oft unterschätzten Renovations- und Unterhaltskosten. Nicht nur beim Stockwerkeigentum sollte ein Renovationsfonds eingerichtet werden, sondern ebenso bei einem Einfamilienhaus. Als Faustregel gilt: Ein Prozent des Liegenschaftswerts soll jährlich für anfallende Unterhalts- und Nebenkosten zurückgelegt werden. Dieses finanzielle Polster hilft, wenn Erneuerungs- und Renovationsarbeiten anstehen. Ist eine Liegenschaft bereits etwas älter oder in schlechtem Zustand, können die Unterhaltskosten schnell viel höher sein. So muss zum Beispiel eine neue Heizung nach spätestens dreissig Jahren erneuert werden, was je nach Heizungssystem mehrere zehntausend Franken kosten kann. Eine Modernisierung der Heizungsanlage wird generell nach rund zwanzig Jahren empfohlen.

Erhöhung der Hypothek vermeiden

Auch bei dringendem Renovationsbedarf und Umbauten sollten Rückstellungen gebildet werden. Damit vermeiden Eigenheimbesitzer, dass die Hypothek erhöht werden muss. Sind Arbeiten an der Liegenschaft nötig und sonst keine weiteren Rücklagen vorhanden, ist dies oft der einzige Weg, die Renovationskosten zu finanzieren. Ebenso aus steuerlicher Sicht lohnt es sich, Renovations- und Unterhaltsarbeiten zu koordinieren und genau zu planen. Denn Aufwendungen, welche dem Unterhalt der Liegenschaft zugutekommen, können von den Steuern abgezogen werden.

 

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